Anders denken durch Impulse

Method Kit / Design Thinking

In der zweiten Phase des Double Diamonds*, der Lösungsfindung, geht es im ersten Schritt darum, so viele Ideen wie möglich zu erzeugen. Alles muss raus. Brainstorming ist dabei oft das Mittel der Wahl –  auch bei uns. Richtig angewendet beflügeln sich die Teilnehmer gegenseitig und finden gemeinsam großartige erste Ideen. Doch was macht man, wenn der Ideenstrom schnell versiegt? Gerade bei Problemstellungen, die man schon so oft durchdacht hat und trotzdem nie die 1-Milliarde-Dollar Idee dabei heraus gekommen ist.

Fokus der zweiten Hälfte des Double Dimond Models liegt auf der Lösungsfindung und -verprobung

Impulse sind der Schlüssel

In unseren Workshops setzen wir dann gerne Impulse ein, die unsere Teilnehmer in andere Gedankenbahnen lenken. Diese Impulse reichen von Änderung des Blickwinkels bis hin zum Einsatz von bislang unbeachteten Technologien. Das Arbeiten mit Impulsen hat verschiedene Vorteile. In erster Linie denken die Teilnehmer über die Problemstellung neu nach. Viel wichtiger sind aber zwei Nebeneffekte die entstehen: 

  1. Der Teilnehmer hört damit auf, sich im Kreis zu drehen und seine „alten“ Ideen das 100ste Mal zu denken. 
  2. Wir nehmen dem Teilnehmer für einen Moment die Verantwortung, die beste Idee seines Lebens entwickeln zu müssen.

Gedankenkreise stoppen

Bevor wir beim Design Thinking zu den Ideen kommen, durchlaufen wir viele Methoden Persona, Customer Journey, How-Might-We-Frage (HMW), etc. und auch wenn wir die Teilnehmer bitten, sich erst einmal nur auf das Problem zu konzentrieren, rattert es in den Köpfen schon. Die ersten Ideen sind schon längst mehrfach gedacht, bevor sie auf ein Post-it geschrieben werden. Oftmals versteift man sich dann schon auf seine Idee und ist sicher, dass das die beste und einzige Möglichkeit ist, das Problem zu lösen. Mit Impulsen „zwingen“ wir die Teilnehmer dazu, ihre Ideen nochmal beiseite zu legen und anders zu denken. Zwei Resultate erleben wir dabei regelmäßig. Entweder es findet sich durch den Impuls eine komplett neue Idee, die die bisher „beste“ Idee verdrängt. Oder die ggf. schon sehr gut vorhandene Idee wird durch den Impuls um eine interessante Komponente verbessert.

Verantwortung abgeben dürfen

Stellt euch vor, ihr nehmt das erste Mal an einem Design Thinking-Workshop teil. Ihr wurdet ausgewählt, weil man euch kreative Gedanken und gute Ideen zutraut und dann steht ihr vor der HMW-Frage und euch fällt einfach nichts ein bzw. nur Ideen zweiter Klasse. Da entsteht ganz natürlich ein gewisser Druck und man fühlt sich vielleicht auch ein wenig unfähig. Durch Impulse nehmen wir unseren Teilnehmern für einen Moment die Verantwortung. Insbesondere bei Impulsen, die auch ein bisschen verrückt sind und im ersten Moment gar nicht zur Problemstellung passen, können die Teilnehmer sich entspannen. Und auch hier beobachten wir ähnliches, wie oben beschrieben: Bekannte Ideen werden durch neue Denkweise veredelt oder durch interessantere Ideen ersetzt.

Impulse durch Methodkit

Impulse sind hilfreich und schon ganz Kleine haben eine große Wirkung. Ihr könnt z.B. eure Teilnehmer auffordern, sich vorzustellen ihre eigene/n/r Mutter/ Kinder/ Freund sollen die Idee nutzen oder „Wie würde Steve Jobs das Problem lösen?“, usw.  Ihr habt das Prinzip verstanden.

Für mich als Moderator sind aber auch die Impulskarten von Methodkit großartig. Ein kleines Start-Up aus Stockholm hat zu verschiedenen Themen, Impulse zusammen getragen und diese auf sehr hochwertige, physische Karten gedruckt. Zum Beispiel gibt es Karten zu Mega Trends aber auch zu Gender Equality, Product Design und viele mehr. Die Karten zeichnen sich durch ein Wort und einen kleinen Erklärungstext aus. Sie geben somit eine Richtung, aber schränken nicht ein. Zum Beispiel zu dem Thema Mega Trends gibt es eine Impulsekarte „Slow Tasks“ – Dinge, die zeitintensiv sind aber genau deswegen gemacht werden. Zum Beispiel Slow Food essen oder einen Marathon laufen. Ich persönlich wäre ehrlicherweise auf so einen Impuls gar nicht gekommen, aber für unsere Teilnehmer ist das ein komplett neuer und interessanter Blickwinkel.

In unseren Workshops sind die Methodkit-Karten eines der Highlights. Zu nächst sind die Teilnehmer immer etwas skeptisch und teilweise auch überfordert. Aber wenn sie sich daran gewöhnt haben und darauf einlassen, kommen großartige Ideen heraus. Wir werden danach immer gefragt, wo wir diese Karten her haben.

Neben den Karten liefert Methodkit auch Anwendungsvorschläge, wie die Karten bestmöglich angewendet werden können. Wenn ihr Interesse daran habt, welche Anwendungen wir empfehlen können, schreibt uns gerne.

*Double Diamond ist ein Design Prozess, welches 2005 vom British Design Council entwickelt wurde und oftmals die Basis für den Design Thinking Workflow bildet

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