Remote Retros, die sich nicht nach Alternative anfühlen (Teil 1)

Remote Retro

Mein Scrum Team ist seit ca. 6 Wochen im Home Office und es läuft erstaunlicherweise richtig gut. Wir schaffen unsere Sprintziele, releasen regelmäßig und die Teamstimmung ist gut. Fast könnte man sagen, es funktioniert sogar besser als wenn alle an einem Ort sind. Aber auch wenn es scheinbar gut läuft oder insbesondere dann, gehören Retrospektiven zu jedem Sprint. Nur Remote Retros? Die sind eine Klasse für sich.

Das schwierigste Scrum-Event: die Retrospektive

Die Retrospektive ist für mich als Scrum Master Fluch und Segen sogleich. Es ist eines der wenigen Events, in denen man seinen Methodenkoffer weit aufmachen und sich kreativ richtig austoben kann. Auf der anderen Seite liegt auch immer ein großer Druck auf der Retro, weil ich selbst aber auch das Team den Anspruch haben die Welt zu verändern und dafür 2h selten ausreichen. Das Frustpotenzial ist groß –  auch ohne, dass das Team verteilt ist.

Erste Remote Retro – naja so lala

Retrospektiven mit verteiltem Team habe ich früher eher als notwendiges Übel Zähneknirschend hingenommen, wenn einzelne Teammitglieder aus verschiedenen Gründen nicht Vorort sein konnten. Mit Videoübertragung und Fotos von den mit Post Its beklebten Wänden habe ich die Remoties versucht einzubeziehen. Zielführend waren diese Retros für die physisch Abwesenden jedoch meistens nicht. Das war aber oftmals auch ok, denn beim nächsten Mal waren ja alle wieder da.

Nur jetzt, wo nicht abzusehen ist, wann wir wieder im Büro vereint sind, zählen diese lahmen Versuche nicht.

Den ersten Remote Versuch habe ich mit Powerpoint, Screen Sharing und viel Vorarbeit durch das Team gemacht. Der Output war ok, aber die richtige Retro-Stimmung kam nicht auf. Das Team konnte nur verbal miteinander kommunizieren bzw. ein Teammitglied zeigte etwas auf seinem Bildschirm und die anderen gaben Input. Aber das Schreiben von Post Its, clustern, arrangieren durch das ganze Team fehlte. Es ist also klar, das muss doch irgendwie besser gehen. Es muss möglich sein interaktiv miteinander zu arbeiten, zur gleichen Zeit, am gleiche Ort und im besten Fall fühlt es sich nicht an wie eine zweitrangige Alternative.

Retrospektiven mit digitalen Whiteboards

Wie auch in physischen Retros, brauchen wir einen Raum, in dem sich alle frei bewegen können und jeder das tun kann, was für das Ergebnis das Beste ist: Post Its schreiben, beobachten, neue Ideen einbringen, unbrauchbare verwerfen, etc.

Digitale Whiteboards, wie schon der Name sagt, bieten solche Möglichkeiten und mir haben es zwei Anbieter besonders angetan: miro und Conceptboard. Beide bieten virtuelle Räume an, in denen man fast alles machen kann, dass man auch in einem physischen Workshopraum normalerweise macht: schreiben, kleben, schieben.

Wie ich vorgegangen bin erläutere ich im 2.Teil in Retros im virtuellen Raum.

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