Retros im virtuellen Raum (Teil 2)

Remote Retro

In Remote Retros, die sich nicht nach Alternative anfühlen habe ich euch meine Vorgeschichte zu Remote Retros erzählt und wie ich nach langer Suche, bei digitalen Whiteboards gelandet bin.

Für meine erste Retro mit digitalen Whiteboards habe ich mit Conceptboard gearbeitet. Das Tool bietet eine 30-Tägige Testphase an und man kann unbegrenzte Gäste mit Editor-Rechten in die Session einladen. Vor der Retro habe ich den virtuellen Raum aufgebaut und zu jeder Methode die Templates erstellt, in denen sich mein Team später austoben durfte. Dabei konnte ich frei aus dem Methodenbaukasten des Retromate bedienen und musste kaum darauf achten, ob die einzelne Methode sich für Remote eignet – denn es bieten sich mit Hilfe des digitalen Whiteboards fast alle Methoden an.

Verschiedene Whiteboards in Conceptboard

Ich habe mich zu Beginn für das Spiel „Two Truths and a Lie“ zur Auflockerung entschieden. Gerade in verteilten, virtuellen Teams, fehlt einem der private Austausch den man in den Kaffeeküchen hat. Jedes Teammitglied hat eine Farbe und etwas Zeit bekommen, um sich zwei wahre Aussagen über sich selbst und eine Lüge auszudenken und dieses dann in das Whiteboard einzutragen. Danach sollten alle raten und mittels Sternen die Lügen markieren. Diese Übung war nicht nur witzig und hat das Team etwas vertrauter miteinander werden lassen, es war auch eine gute Möglichkeit Conceptboard kennen zu lernen und erste Erfahrungen mit der Handhabung zu machen.

Für das Sammeln der positiven und negativen Ereignisse aus dem letzten Sprint habe ich die Speedboat-Methode genutzt. Einfach ein Bild von einem Boot mit Anker hochladen und schon kann es losgehen. Hier hat sich gezeigt, dass das arbeiten an einem digitalen Whiteboard der physischen Variante in nichts nachsteht. Jeder aus dem Team hat Post Its erstellt und gemeinsam wurden Cluster gebildet und Themenüberschriften gefunden. Dadurch, dass man von jedem Teammitglied den Mouse-Cursor mit Namen sehen kann, weiß man immer wo die anderen gerade arbeiten. Es hat großen Spaß gemacht zu sehen, wie die Cursor über das Whiteboard gehuscht sind und das Board dynamisch geändert wurde.

Conceptboard bietet verschiedene Templates an, die man hinzufügen und bearbeiten kann. So auch das Template für die 5-Whys-Methode für eine tiefgehende Betrachtung des Problems. Das spart dem Scrum Master auf der einen Seite viel Zeit in der Vorbereitung, bringt aber auch ganz neue Möglichkeiten Methoden anzuwenden. Wer hat in seinen Räumlichkeiten schon den Platz große Templates vorzubereiten und aufzuhängen.

Insgesamt habe ich alle 5 Phasen der Retrospektive durch verschiedene Methoden im Conceptboard abbilden können und mit jeder Methode ist mein Team besser mit dem digitalen Board klargekommen. Das Board hat sich zu keiner Zeit wie eine zweitrangige Alternative angefühlt, sondern hat unsere Bedürfnisse so gut abgedeckt, dass ich mir auch für unsere „normalen“ Retros einen Einsatz des Boards sehr gut vorstellen kann. Darüber hinaus gibt es auch Vorteile gegenüber lokalen Retros:

  • Der virtuelle Raum ist nie zu klein: durch rein und raus zoomen, kann man den Platz unendlich erweitern
  • Es bleibt auch nach der Retro verfügbar: das Team kann jederzeit in das Bord zurückkehren, um die Ergebnisse nachzuvollziehen. Das macht auch die Dokumentation leichter.

Einzig die Zeit habe ich beim virtuellen Board deutlich unterschätzt. Zum einen benötigt das Team gerade beim ersten Mal etwas Zeit zum Üben der Bedienelemente und zum anderen war ich in der Vorbereitung so begeistert, dass ich zu viele große Methoden ausprobieren wollte.

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